“Ich bin völlig überfordert mit der Zusammenstellung der Materialien für die Raumgestaltung.” Was tun?

Erst gestern erhielt ich einen Anruf einer Kundin, die “eigentlich mit der Planung schon fertig ist”. Allerdings hat sie Bauchschmerzen, vielleicht doch etwas falsch zu machen und bittet mich nun, alle Pläne, Möbelzeichnungen und die vorausgewählten Farben und Materialien für die Gestaltung des Hausumbaus mit ihr nochmal gemeinsam durchzugehen. Manch einer wirft das Handtuch schon nach Auswahl des Bodenbelags und verzweifelt dann bei Fragen wie “Welche Fugenfarbe wünschen Sie?” “Wie soll der Sockel aussehen, welche Höhe soll er haben?”

Hier der ultimative Tipp vom Profi: RUHE BEWAHREN und Step by Step, ein Material nach dem anderen auswählen. Im Folgenden schildere ich meine Vorgehensweise, die sich seit vielen Jahren absolut bewährt hat:

  • Im Neubau startet der Interior Designer mit der Auswahl der Materialien von Fenstern und Türen. Ich bin hier ein Freund von Schlichtheit und Geradlinigkeit. Wenn die Türen schon recht verschnörkelt sind, reduzieren sich im Raum die Gestaltungsmöglichkeiten. Ich bin ein Freund davon, Türen und Fenster als Einheit zu sehen, also farblich gleich zu halten. Tür- und Fenstergriffe unbedingt in der gleichen Materialität. Fensterbänke nicht vergessen…. (ja, die Liste ist lang!)
  • Dann kommen die Sockelleisten dran. Die meisten nehmen das gleiche Material (bei Fliesen ist das quasi gesetzt), bei Designbelag empfehle ich oft auch weiße Sockelleisten, weil das einfach moderner wirkt und es die auch in höheren Höhen gibt. Ich empfehle oftmals eine Höhe von 8 cm, abhängig vom gesamten Raum-Konzept.
  • Wenn diese “hard facts” definiert sind, kommt die Auswahl des Fußbodenbelags dran. Der ist die Basis von allem – im wahrsten Sinne des Wortes. Auf den baut alles auf. Überlege dir gut, was Dir hier wichtig ist. Pflegeleicht, robust, dezent, hell oder dunkel.
  • Bevor Du die Möbel aussuchst, solltest du dir einen Plan machen, wo überhaupt welches Möbelstück stehen soll. Sozusagen Raum für Raum eine Raumplanung erstellen. Gedanklich oder – noch besser – als Visualisierung in 3D. Denn nur wenn du das weißt, kannst Du wirklich die dafür benötigten Schränke, Polstermöbel, Wandbeläge und vor allem auch Beleuchtungskörper auswählen.
  • Falls es sich um einen Neubau handelt, kümmerst du dich als nächstes um den Elektroplan. Wie viele Steckdosen werden gebraucht? Wo? In welche Räume möchte ich LAN-Verkabelung legen lassen? Wo Lichtauslässe platzieren? Von wo sollen diese schaltbar sein? Dieser Punkt stresst Viele, weil sie Sorge haben, was falsch zu machen. Die gute Nachricht: wenn man mit Schreinermöbeln arbeitet, lassen sich im Nachhinein noch pfiffige Lösungen für z.B. Wandleuchten oder zusätzliches Indirektlicht schaffen.
  • Als nächstes kümmerst du dich um die großen Möbelstücke wie Sofa und Esstisch im Wohnbereich, die Küchen-Materialien oder das Bett im Schlafzimmer. Mein Credo lautet: die großen (daher auch meist kostspieligeren) Möbelstücke sollten von der Farbgebung her so gewählt werden, dass man sie lange sehen kann. Wenn sich jemand z.B. ein rotes Sofa wünscht, berate ich ihn dahingehend, das Rot lieber für z.B. die Wandgestaltung zu wählen oder für Akzente, denn die lassen sich einfacher bzw. günstiger wieder austauschen, wenn man sich satt gesehen hat.
  • Schränke würde ich – soweit möglich – durchgängig durch die gesamte Wohneinheit aus der gleichen Material-Zusammenstellung (v.a. im Hinblick auf die Farben) bauen lassen bzw. bestellen.
  • Nun kommt ein Punkt, der viele überfordert. Die passenden Wandfarben bzw. ergänzende Tapeten oder anderen Wandbelägen für die Wände zu all den schon ausgewählten Farben und Strukturen zu finden. (Ich als absoluter Tapeten-Liebhaber baue meine Bemusterungen sogar auf Tapeten auf, das würde ich einem, der selten mit diesem Thema sich befasst, jedoch nicht empfehlen.)
  • Wichtig ist, immer ALLE Materialien und Farben im Blick zu haben, damit am Ende auch alles gut harmoniert. Lasse dir am besten von allen Materialien sog. “Handmuster” geben, die du immer mitnimmst, wenn weitere Materialien ausgesucht werden sollen. Baue dir damit eine Collage. Wenn du dir unsicher bist, investiere in eine Beratung von einem Innenarchitekten oder Interior Designer. Ich wie auch sicher viele meiner Kolleginnen bieten auch stundenweise Betreuung ein. Eine Investition, die sich lohnt.
  • Beleuchtungskörper müssen ausgewählt werden. Hier gibt es vielfältige Varianten: Deckenleuchten, Wandleuchten, Stehleuchten, Tischleuchten, Indirektbeleuchtung….. auch hier sollte man darauf achten, dass diese sich stimmig ins Gesamtbild einfügen. Je mehr unterschiedliche Lichtquellen du in einem Raum integrierst, desto vielseitiger kannst du ihn je nach Stimmung ausleuchten.
  • Als letzter Punkt steht die Auswahl für Raumtextilien an – Gardinen, Teppiche, Kissen, Sitzpoufs, Tischläufer an. Ich bemustere diese Elemente meist in meiner ersten großen Bemusterungsrunde mit dem Kunden, damit er dieses Thema gleich abhaken kann. Als Laie würde ich diese Elemente jedoch zurückstellen, bis der Raum fertig möbliert ist. Wenn es um große Teppiche oder sogar Auslegeware (Teppichboden) geht, muss dies natürlich vor dem Stellen der Möbel umgesetzt werden.

Dies war ein grober Leitfaden, in welcher Reihenfolge du vorgehen solltest. Wenn du mehr Details haben möchtest, lade dir gern mein kostenfreies E-Book herunter. Aktuell gibt es das noch als komplettes E-Book gratis auf meiner Webseite, bald in gekürzter Fassung. Falls es die gesamte Fassung nicht mehr geben sollte, schreib mir gerne eine E-Mail (info@ideenraumgeben.de). Wer sich auf diesen Blog-Beitrag bezieht, bekommt es dann noch immer komplett gratis.

 

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